Wie adoptiere ich ein Tier

Wenn Sie ein Tier von uns adoptieren möchten, beginnt alles mit einer Kontaktaufnahme zu uns – per Mail, persönlich, per Telefon, über Facebook… Damit wir Infos über Sie erhalten, bekommen Sie einen Fragebogen per Mail geschickt (oder Sie laden ihn sich auf unserer Homepage einfach runter), auf den die vorerst wichtigsten Daten abgefragt werden. Wenn die Auswertung des Fragebogens ergibt, dass ein Tier bei Ihnen ein schönes Zuhause finden könnte, werden sich kurz darauf von einer Vorkontrolle besucht. Eine Vorkontrolle ist eine Person aus dem Tierschutz, die sich das zukünftige Zuhause des Tieres anschaut und offene Fragen klären wird. Wenn alles passt und das Tier bei Ihnen ein schönes Zuhause finden wird, dann steht einer Adoption nicht mehr im Wege. Wir vermitteln nur gegen Vorkontrolle, Schutzvertrag und Schutzgebühr. (Hunde 330 Euro, Katzen 150 Euro) Besonders wichtig zu erwähnen ist, dass wir KEINE Welpen vermitteln dürfen, da Tiere erst ab dem 7. Lebensmonat aus der Türkei ausreisen dürfen. Die Türkei gehört nicht zur EU und daher gibt es sehr, sehr strenge Ausreiseregelungen, die man nicht mit Ländern wie Spanien, Bulgarien usw. vergleichen kann. In der Türkei ist es wie folgt: Welpen dürfen ab der 12. Woche geimpft werden. Um vier Monate später ausreisen zu können, benötigen sie jedoch ein Ausreisezertifikat, bzw. einen Titernachweis, der den Tollwuttiter dokumentiert und nachweist. Dies gilt auch für erwachsene Hunde. Sobald das Tier gegen Tollwut geimpft ist, müssen 4 Wochen vergehen und dann wird ihnen Blut abgenommen, das in ein Labor nach Ankara geschickt.wird. Dort wird der Tollwuttiter ermittelt und ein Zertifikat für das Tier angefertigt. Drei Monate nach der Blutabnahme dürfen die Tiere dann endlich ausreisen. Die ,,Quarantänezeit” beträgt also 4 Monate, bis ein Tier nach Deutschland vermittelt werden darf. Das macht es leider sehr schwierig für uns und ist auch ein kostspieliges Verfahren, wodurch unsere Schutzgebühr mit 330 Euro etwas höher angesetzt ist, als die von Tierhilfen, die innerhalb der EU tätig sind. Unsere Tiere kommen gechipt, geimpft, kastriert, mit Pass und mit dem Flieger nach Deutschland. Die Tiere können dann von Ihnen am Flughafen in Empfang genommen werden.

Wir versuchen Ihnen bestmöglich entgegen zu kommen, was den Flughafen angeht. Überall in Deutschland haben wir Unterstützer sitzen, die regelmäßig fliegen und daher viele Flughäfen in Deutschland angeflogen werden. Manchmal muss man leider auch eine weitere Fahrt in Kauf nehmen, aber für seinen zukünftigen Lebenspartner sollte eigentlich kein Weg zu weit sein. Unsere Tiere kann man als ,,ungeschliffene Rohdiamanten‘‘ erachten – aber sie brauchen Liebe, Geduld, Erziehung und Konsequenz, um zu glänzenden Diamanten zu werden. Viele Menschen erwarten bedingungslose Liebe, Dankbarkeit und Hörigkeit, wenn sie einem Tier aus dem Tierschutz ein Zuhause schenken. Sie erwarten, dass der Hund leinenführig, stubenrein ist und mehrere Stunden alleine bleiben kann, denn er ist ja kein Welpe mehr. Die Wahrheit ist: Unsere Tiere kommen von der Straße und haben in ihrem Leben leider oft noch nichts lernen können/dürfen. Natürlich gibt es auch Hunde, die einst ein Zuhause hatten und sowohl die Stubenreinheit, als auch die Grundkommandos beherrschen, aber… das gibt es selten. Wenn sie einen Hund adoptieren möchten, können wir Ihnen nur die Infos geben, die wir haben. Bei knapp hundert Tieren, die zu versorgen sind, bleibt leider wenig Zeit, um sich mit jedem einzelnen Tier zu beschäftigen und den kompletten Charakter beschreiben zu können. Es kommt natürlich auch vor, dass sich die Hunde im Rudel ganz anders präsentieren, wie als Einzelhund dann später in Deutschland. Streuner sind Überlebenskünstler, viele haben sich ihr tägliches Futter durch Wühlen in Abfällen oder Jagen besorgt. Die meisten von ihnen sind sehr selbständig und gut mit anderen Hunden sozialisiert. Aggression ist selten zu finden, weil diese ihre Überlebenschancen eher verringert hätte. Manche Hunde mussten sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen machen – so dass einige dieser Hunde besondere Ängste haben, z.B. vor bestimmten Gesten, Lauten o.ä. Sollten uns diese Ängste im Vorfeld bekannt sein, informieren wir sie aber selbstverständlich darüber. Das Verhalten gegenüber Kindern kann leider auch nicht getestet werden, da es vor Ort keine Kinder gibt. Jedoch konnten wir bei vorhergegangen Adoptionen keine schlechten Erlebnisse mit Kindern erfahren. Egal ob Sie in der Stadt oder im Wald wohnen, Ihr neuer vierbeiniger Freund wird vermutlich erst einmal an einer mehr oder weniger langen Leine geführt werden müssen und wir empfehlen auch, das Tier nicht bereits am Flughafen aus der Box zu holen, sondern erst im sicheren Zuhause (trotz Doppelsicherung, mit denen die Hunde landen).

Bitte lesen Sie zur Sicherung eines Tierschutzhundes auch die anhängige Info am Ende dieses Schreibens. Es ist unglaublich wichtig, dass Tier ausreichend zu sichern, um dessen Leben zu schützen. Sie werden Geduld, Verständnis und viel Liebe brauchen um ihrem neuen Hund Vertrauen zu geben, ihn zu erziehen und in ihm einen treuen Freund zu finden. Die Tatsache ist: es bleibt eine große Überraschung für alle Beteiligten. Es kann sein, dass: – Der Hund in die Wohnung macht – Keine Treppen steigt, weil er sie nicht kennt – Die Katze jagt, obwohl er in der Türkei mit Katzen verträglich war – Futterneid zeigt – Ängstlich ist und sich zurück zieht – Angst vor Alltagsgeräuschen hat (Straße, Staubsauger, Fön usw.) – Sich nicht über Türschwellen traut – Usw. Diese Liste kann endlos fortgeführt werden und sie soll nicht dazu dienen Ihnen auszureden ein Tier zu adoptieren, aber wir möchten, dass Sie sich im Vorfeld über alle Eventualitäten bewusst sind, denn das schlimmste wäre, wenn wir für das Tier nach Ankunft bei Ihnen ein neues Zuhause suchen müssen. So etwas bringt viel Stress mit sich (vor allem für das Tier) und kann durch gute Überlegung und Abwägung vermieden werden. An dieser Stelle ist aber auch zu erwähnen, wie viel Freude so ein Tier in das Leben bringt und wir freuen uns, wenn es endlich soweit ist, dass Ihr neues Familienmitglied einziehen kann.

DON’T SHOP – ADOPT!!!

 

Das Sichern von Hunden

(Quelle: http://prodogromania.de/hunde-vermittlung/das-sichern-von-hunden/)

Ich bin persönlich immer fassungslos, wie viele Hunde per Suchanzeigen, Rundmails, Facebook Aufrufen und Aushängen gesucht werden. Es müssen allein in Deutschland tausende an Hunden sein, die vermisst sind, die umherirren, die eventuell gar nicht mehr am Leben sind. Oftmals sind es Hunde aus dem Tierschutz, die frisch in ihre Familien gereist sind. Es sind Hunde, die kaum Orientierung in diesem Gebiet haben, die panisch flüchten, nicht mehr einzufangen sind.

Doch warum passiert es immer wieder, dass Hunde die Möglichkeit haben, wegzulaufen? Es gibt mehrere Gründe dafür, die in manchen Fällen auch zusammenspielen: • Hund flüchtet beim Umladen (Transportfahrzeug – eigener PKW) • Hund dreht sich aus dem Halsband • Hund dreht sich aus dem Geschirr • Leine reißt, Hund zerbeißt Leine • Hund flüchtet aus Garten • Hund flüchtet aus dem Haus/der Wohnung

Alle diese Fluchtmöglichkeiten kann man unterbinden! Hier möchte ich mich in erster Linie an die vermittelnden Vereine und Organisationen wenden, denn diese stehen ganz klar in der Pflicht, ihre Adoptanten aufzuklären! Es muss aufgeklärt werden, dass die meisten Hunde keine Leine und kein Halsband kennen, noch weniger ein Geschirr. Die Hunde sind unsicher, mitunter panisch, wenn sie das erste Mal ein Geschirr umgelegt bekommen. Oftmals löst es Panik aus, wenn die Hunde den Druck der Leine am Halsband merken. ( Euch dürfte auch mittlerweile klar sein, weshalb viele Hunde auf Druck in der Halsregion so reagieren: Die Fangschlingen der Hundefänger zielen genau auf diesen sensiblen Körperpunkt ab und wenn ihr seht, wie sehr die Hunde in Todesangst sich winden und schreien, dürfte klar werden, dass viele Hunde oftmals in diese Todespanik zurück versetzt werden.)

Wenn die Hunde anreisen und ihr sie vom Transportfahrzeug abholt, macht bitte keine Anstalten und führt den Neuankömmling auf dem Parkplatz spazieren! Am besten und am sichersten ist es, euren Hund direkt in eine Transportbox unterzubringen, die im Kofferraum des PKWs steht. Dort ist euer Hund sicher untergebracht und auch beim erneuten Öffnen der Heckklappe, besteht keine Fluchtgefahr! Bei explizit beschriebenen Angsthunden halte ich diese Vorgehensweise allerdings für absolute Pflicht! Wenn ihr Zuhause ankommt, bringt den Hund samt Transportbox in euer Haus/ eure Wohnung und erst wenn die Haustür sicher verschlossen ist, öffnet ihr die Box. Hier habt ihr jetzt alle Zeit der Welt, euch kennen zu lernen und erst mal zu schauen, wie euer neuer Freund sein neues Leben erkundigt! Solltet ihr das erste Mal das Haus verlassen, ist es, egal ob souveräner und entspannter oder pansicher Hund, absolute Pflicht, dass der Hund doppelt gesichert ist. Doppelt gesichert heißt, dass der Hund ein Geschirr UND ein Halsband trägt, dabei ist es noch optimaler, wenn das Halsband ein Zughalsband ist, was sich ohne Stopp zusammen zieht. Eine Leine wird am Geschirr befestigt und eine Leine am Halsband. Hier fragen sich jetzt sicherlich viele, warum denn ein Zughalsband, das drückt doch am Hals: Richtig, ihr sollte euren Hund ja auch nicht primär am Halsband führen, sondern am Geschirr. Primär dient dieses Halsband nur als Absicherung, eben als doppelte Sicherung. Die wenigsten Leute können sich vorstellen, wie schnell ein Hund sich aus einem Geschirr winden kann und man dann mit Geschirr und Leine in der Hand da steht und der Hund läuft um sein Leben in den Straßenverkehr… So etwas will man nicht erleben und man muss es auch nicht erleben, wenn man weiß, wie man genau so eine Situation umgehen kann! Sollte sich euer doppelt gesicherte Hund aus dem Geschirr drehen, ist er immer noch am Zughalsband abgesichert und ihr schützt das Leben eures Hundes und auch eventuell das Leben anderer Menschen (Autofahrer…). Sollte der Hund eine Leine vor Panik durchbeißen (auch das geschieht schneller als man gucken kann!), ist euer Hund ja noch an einer weiteren Leine abgesichert! Eine alternative Sicherung sind die sogenannten Panik- oder Sicherheitsgeschirre. Diese Geschirre haben einen zweiten Brustgurt, der so angebracht ist, dass die Hunde sich nicht aus dem Geschirr winden können. Problematisch ist hierbei aber, dass die Geschirre häufig maßangefertigt werden und die wenigsten Tierschutzorganisationen die genauen Hals- und Brustumfänge der Tiere wissen und niemand die Zeit hat, diese im Ausland nachzumessen. Somit ist in der ersten Phase des Ankommens das einfache Brustgeschirr und ein Zughalsband die sichere Erstausstattung. Ein Sicherheitsgeschirr kann dann immer noch später angeschafft werden, wenn ihr euren Hund vermessen könnt. Ich habe für euch einige Hersteller von funktionalen und guten Sicherheitsgeschirren zusammengefasst: http://www.bellissimo-for-dogs.de/sortiment/panikgeschirre http://www.camiro-heimtierzubehoer.de/product_info.php?cPath=25_30&products_id=20 http://www.canifact.de/shop/Windhundgeschirre

Eine solche doppelte Sicherung schützt den Hund, wenn ihr unterwegs seid. Sollte sich euer Hund jedoch im Garten aufhalten, schaut bitte, dass euer Zaun hoch genug ist (1,20m ist für einen 50cm nicht hoch genug…!) und er vor allem keine Ausbruchsstellen bietet! Achtet in der ersten Zeit bitte auch darauf, dass ihr eure Haustür nur kontrolliert öffnet. Seid euch vorher bitte im Klaren darüber, wo euer Hund sich gerade befindet und habt im Hinterkopf, dass schon ein schmaler Spalt ausreicht, damit ein Hund flüchten kann. Bitte plant alles ein wenig im Voraus, denn auch diese ganzen Gedanken und Informationen gehören zu einer verantwortungsbewussten Adoption! Es hilft dem Hund nicht, wenn er zwar endlich das Tierheim verlassen kann, zwei Tage später aber dann panisch und verängstigt, eventuell traumatisiert für das ganze Leben im deutschen Straßenverkehr herumrennt. Nehmt euch Zeit, um alles vorzubereiten und seid euch der Verantwortung bewusst, die ihr tragen werdet! In der Hoffnung, dass niemand eine “Gesucht”-Meldung für seinen Hund aufgeben muss… Anna