Zuwachs in der Kitmir Familie – ein trauriges Schicksal liegt hinter ihnen
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Die verlaufene Maus
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Update: 90 Minuten nach Erstellung dieses Beitrags:
IHR SEID DER WAHNSINN!!! Danke!!! Wir hätten im Leben nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen für den alten Mann spenden – hatten sogar mit viel Kritik und Gegenwind gerechnet und nun ist das absolute Gegenteil passiert. Wir danken euch von Herzen, aber möchten bitten vorerst nicht mehr zu spenden, denn es sind bereits über 700 Euro zusammen gekommen und dazu haben viele Menschen noch nach den Bankdaten gefragt.
Wir wissen noch nicht was der Arzt kosten wird und wie die Folgekosten sind, aber uns wurde auch bereits angeboten Arztkosten und die Kosten für eine Brille zu übernehmen und nun haben wir Angst, dass zu viel gespendet wird.
Anja fährt morgen wieder in die Berge und kauft ihm Lebensmittel – wir werden dann auf jeden Fall weiter berichten.

Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere. Entweder man hat eins oder man hat keins!

Wir sind zutiefst bestürzt – über uns selber – über unsere Blindheit – über unsere Scheuklappen.
Wir schämen uns, denn unser Herz war verschlossen für das Leid eines Menschen.

Man könnte jetzt damit argumentieren, dass wir ein Tierschutzverein sind und uns auf die Fahnen (und auch in die Satzung) geschrieben haben, dass wir uns dem Leid der Tiere verschrieben haben und trotzdem müssen wir an dieser Stelle unser Verhalten reflektieren und eine Lehre daraus ziehen.

Zur Geschichte:
Seit 2016 versorgen Anja, Efkan und ihre freiwilligen Helferlein die Tiere in den Bergen.
Jede Woche werden hunderte Kilos Trockenfutter an die Straßentiere verteilt und jede Woche hält Anja auch am Haus den alten Mannes an und hinterlässt ihm mehrere Säcke Trockenfutter für die Hunde und auch Futter für seine Katze.

Der alte Mann wohnt in einem kleinen Steinhaus in den Bergen und kümmert sich dort seit vielen Jahren um Straßenhunde, die ihm zugelaufen sind. Er versorgt rund 10 Hunde, die alle von Kitmir kastriert wurden und für die er wöchentlich Futter erhält, um sie artgerecht zu ernähren.
Das ,,Wohnhaus” ist an Armut kaum zu übertreffen. Er hat keine Heizung, er hat kein fließendes Wasser und er besitzt noch nicht mal ein Bett.
Er lebt dort im Grunde genommen wie ein ziemlich verwahrloster Obdachloser und wäre in Deutschland ein klarer Fall für den sozialen Dienst.

Tatsächlich muss man jedoch zugeben, dass ein solches Leben in den türkischen Bergen nichts ungewöhnliches ist. Viele Bauern leben in einfachen Verhältnissen und leben von dem was sie anbauen. Man sieht es oft, wenn man als Tourist mal einen Ausflug abseits der Touri Gegenden macht und die meisten Menschen, die so leben, sind zufrieden und glücklich – sie haben gelernt mit wenig auszukommen.

So haben auch wir jahrelang das Haus des alten Mannes passiert und haben uns wenig Gedanken gemacht. Natürlich hat man mal drüber nachgedacht wie er dort überleben kann (mitten im Nirgendwo, ohne fahrbaren Untersatz) und woher er Geld hat. Immer freuen er und seine Hunde sich über unseren Besuch und manchmal brachte man ihm auch eine Tafel Schokolade mit, aber …
dann saß man auch schon wieder im Auto und war in Gedanken bei den anderen Hunden, die weiter oben auf ihr Futter warteten.

Vor einigen Wochen musste Anja dann aber leider eine Erfahrung machen, die einfach nur pure und abgrundtiefe Bestürzung auslöste:
Anja und Co hielten wie immer am Haus des Mannes, um ihm das Futter für seine Hunde zu bringen. Diesmal hatte Anja außerdem auch noch Brot im Auto, das sie im Dorf für die Straßenhunde gekauft hatte, weil viele Hunde sich über ein Stückchen Brot wie über ein Leckerchen freuen.

Auch diesmal kam der alte Mann mit seiner Horde Hunden den Abhang hinauf und Anja begann, wie immer, das selbstgekochte Futter zu verteilen.
Zusätzlich warf sie einige Laibe Brot an den Straßenrand für die Hunde und in diesem Moment bückte sich der alte Mann nach einem Brot, brach es in zwei Hälften und fragte Anja, ob er eine Hälfte des Brotes selber essen dürfte?

Ich habe einen dicken Kloß im Hals beim schreiben dieser Zeilen und wieder steigen mir die Tränen in die Augen.
Wie konnten wir so blind für den Hunger dieses Mannes sein, während wir jahrelang seine Hunde fütterten – und vielleicht auch ihn, wenn ihr versteht worauf ich hinaus will?
Wir schämen uns wirklich!!!

Seit diesem Erlebnis vor einigen Wochen, kauft Anja nun vor jeder Bergtour für den alten Mann einige Grundnahrungsmittel und Getränke ein, die sie ihm mit bringt und die er dankbar annimmt. Anja zahlt jeden Einkauf aus eigener Tasche, um ihm wenigstens ein bisschen Lebensqualität zu schenken, indem sie ihm den Hunger nimmt.

Natürlich schaut man seitdem auch genauer hin und macht sich Gedanken, wie man ihm helfen kann. Er ist fast blind und kann nach eigenen Angaben nur manchmal ein wenig sehen, wenn er Grippeblocker (Schmerzmittel) zu sich genommen hat. Er sieht tatsächlich so wenig, dass er schon gegen Futtersäcke gelaufen ist, die in Form und Größe ja eigentlich gut sichtbar sein sollten.
Er trägt immer dieselbe Kleidung und die ausgelatschten Schuhe besitzt er, seit wir ihn kennen. Auf Nachfrage hat er berichtet, dass er noch nie in seinem Leben bei einem Arzt war.

Wir würden ihm so gerne helfen und ihn zu einem Augenarzt bringen, um ihn vielleicht helfen lassen zu können, aber er hat keine Krankenversicherung und kein Geld, um den Arzt bezahlen zu können. Auch ein neues Paar Schuhe oder ein Bett wären ein Zugewinn an Lebensqualität.

Gerne würden wir an dieser Stelle eine kleine Spendenaktion für ihn starten, aber wir sind ein Tierschutzverein und unsere Satzung verbietet es uns Gelder zu sammeln, die nicht zum Wohl der Tiere eingesetzt werden.

Trotzdem wollen wir nichts unversucht lassen und starten erstmals in unserer ,,Kitmir Karriere” eine private Spendenaktion über ein externes Vereinskonto, über das es NICHT möglich ist, die Spenden steuerlich abzusetzen (also Spendenquittungen zu erhalten).

Sollten ein paar private Spenden zusammen kommen, möchten wir den alten Mann in erster Instanz gerne zu einem Augenarzt bringen, um schauen zu lassen, ob ihm vielleicht geholfen werden kann – diese Aufgabe würde unser Tierarzt für uns übernehmen.
Falls möglich, würden wir ihm auch ein wenig Bekleidung kaufen und weiterhin natürlich Lebensmittel, die unsere liebe Anja so oder so für ihn besorgen würde, damit er nicht nochmal das Futter mit seinen Hunden teilen muss.

Uns ist bewusst, dass dieser Spendenaufruf anders und auch grenzwertig ist, denn unsere Ziele sind in der Regel andere, aber dieser Mann ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anker für viele ehemaligen Straßenhunde, für die er zum Lebensretter wurde und wir wünschen uns von Herzen, dass er noch viele Jahre an unserer Seite kämpft – auf seine Art, aber FÜR die Tiere.

Anja stellt für diese Aktion ihr privates Paypal Konto zur Verfügung und auch ein Bankkonto zur Überweisung wird gerne per PN genannt, auch wenn dies nicht Anjas sein wird, da sie kein Online Banking bedienen kann und dementsprechend keinerlei Überblick über eventuelle Spenden hätte.

Paypal Anja: anjakitmir@gmail.com

Bankdaten gerne per PN.

Ein frisches Brot bekommt man bereits für weniger als 50 Cent – keine Spende ist zu klein.

Wir danken euch für das Lesen des langen Textes und bedanken uns jetzt schon mal im Namen des alten Mannes, dessen richtigen Namen wir nicht kennen.