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Lunas Happy End
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Wir sind gemeinsam an eine einsame Stelle gefahren, wo nicht so viele Autos fahren und sie kannte die Umgebung auch bereits aus früheren Zeiten.
Ich hob sie aus dem Auto und stellte ihr noch einen Wassernapf hin und schüttete ihr etwas Trockenfutter auf die Erde.
Ich verabschiedete mich und sagte ihr auch, dass es mir leid tut, aber dass sie nun für sich selber sorgen muss.
Ich streichelte sie ein letztes Mal und ging zum Auto zurück. Sie lief schwanzwedelnd hinter mir her und dachte, dass wir nun zusammen nach Hause fahren…
Ich drehte mich um und sprach zu ihr:,, Ich kann dich nicht mitnehmen. Du musst hier bleiben. Du schaffst das schon!”
Aber sie verstand mich nicht und verfolgte mich weiter bis zum Auto. Ich drehte mich wieder um und wurde lauter:,, Nun geh endlich weg! Du kannst nicht bei mir bleiben!”
Dazu erhob ich meine Stimme, um für sie bedrohlicher zu wirken und benutzte immer wieder Laute, um sie von mir weg zu scheuchen.
Ich bemerkte ihre Unsicherheit und sah die Verständnislosigkeit in ihren Augen, aber ich musste stark bleiben.
Also bückte ich mich und hob Steine vom Boden auf… Steine kannte sie und sie bekam Angst, denn sie wusste, dass Steine Schmerzen bedeuten und sie ging ein paar Schritte zurück.
Ich hob meinen Arm und nun sah ich die Verzweiflung in ihren Augen. Sie verstand die Welt nicht mehr, aber sie hatte zuviel Angst vor den Steinen in meiner Hand und gab auf. Sie blieb stocksteif stehen und blickte mich aus ihren braunen Augen an.
Ich drehte mich um und ging schnellen Schrittes zum Auto. Einen Blick zurück warf ich nicht, denn ich wusste welcher Anblick mich erwartet.
Ich stieg ein, ließ den Motor an und trat das Gaspedal durch.
Als ich einen letzten Blick in den Rückspiegel warf, sah ich sie noch einmal… Sie stand dort, blickte mir hinterher und ihre Augen werde ich niemals vergessen – sie verfolgen mich jeden Tag und jede Nacht.
Wir haben nicht viel Zeit zusammen verbracht, aber trotzdem war sie mir dankbar für das bisschen Zuwendung was ihr ihr in dieser kurzen Zeit geschenkt hatte… ein paar nette Worte, streichelnde Hände und ein bisschen Futter und Wasser. Ihr Blick war voller Hoffnung – Hoffnung auf einen Menschen, der sich ihrer annimmt und an ihrer Seite ist.

Viele dieser Augen verfolgen mich Tag und Nacht, denn sie ist nicht die Erste, die ich ausgesetzt habe und sie wird nicht die Letzte bleiben.

Ich habe mich für den Auslandstierschutz entschieden und lebe in der Türkei. Ich kümmere mich hier um Straßentiere und ich nehme verletzte, kranke und hilflose Tiere auf. Ich pflege sie gesund und vermittel sie in ein schönes Zuhause.
Aber ich nehme nur einen kleinen Teil dieser Tiere auf, denn meine Möglichkeiten sind begrenzt, sowohl finanziell, physisch als auch vom Platz her.

Tierschutz bedeutet auch (besonders), Tiere zu kastrieren und an ihrem Stammplatz wieder auszusetzen. Diese Vorgehensweise nennt sich:
„neuter und release“ (Kastrieren und wieder zurücksetzen ins vertraute Revier)
Nur wenn Tiere konsequent kastriert und wieder im bekannten Revier ausgesetzt werden, kann das Leid nachhaltig eingedämmt werden, denn ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegt, dass Tötungen von Tieren aus einem bestimmten Revier an dem Problem der Überpopulation nichts verändern.

Dazu hat PETA einen Bericht veröffentlicht, der unter folgenden Link nachzulesen ist:
http://www.peta.de/tieretuerkei#.Vdw375dc0Ts

,,Neuter and release” ist echter und langfristiger Tierschutz und leider bleibt den Tierschützern bei der Masse an Tieren auch nichts weiter übrig. Überall fehlt es an Geld, an Platz und an Versorgungsmöglichkeiten für eine langfristige und artgerechte Aufnahme und Unterbringung.

Wenn wir hier schreiben, dass ein Tier nach der Kastration wieder ausgesetzt wird, bedeutet das für uns einen großen Herzschmerz und keiner vergisst die Augen dieses Tieres.
Manchmal versuchen sie in das Auto zurück zu klettern, manchmal laufen sie minutenlang hinter dem Auto her und manchmal findet man das frisch ausgesetzte Tier nur wenige Tage später überfahren am Straßenrand.

JEDES VERDAMMTE MAL, wenn ein Tierschützer irgendwo auf der Welt ein kastriertes Tier an seinen Stammpatz zurück bringt, wird sein Herz schwer und er muss daran denken, dass diesem Tier eine ungewisse Zukunft bevorsteht.
Diese Ungewissheit macht einen fertig und frisst einen innerlich auf – jedes verdammte Mal.

Verurteilt nicht die Tierschützer, die durch kastrieren und aussetzen nachhaltig das Leid von Millionen ungewollter und verfolgter Straßentiere verhindern, sondern unterstützt sie und stärkt ihnen den Rücken.
Sie müssen damit leben, dass sie die Tiere ihrem Schicksal ausgeliefert haben und ihre Augen sie im Schlaf verfolgen.

Diese Menschen leisten eine unglaubliche Arbeit und verhindern soviel Leid, dass durch fehlende Kastrationen entsteht.
Unterstützt diese Menschen bei ihrer Arbeit und spendet für Kastrationen auf der ganzen Welt!!!

Nur dadurch können wir es gemeinsam schaffen, dass nie wieder ein Tier ausgesetzt werden muss!

Anmerkung: Die Geschichte der erzählenden Person ist frei erfunden, spielt sich aber täglich und weltweit genau so oder ähnlich ab.